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Soziales Entscheiden MedAT: Strategie, offizielle Beispiele + 70 Übungen

Du liest eine soziale Entscheidungssituation und ordnest fünf Überlegungen nach ihrer Wichtigkeit von 1 bis 5. Bewertet wird, wie gut deine Reihung mit einer theoretisch abgeleiteten Rangordnung übereinstimmt. Die Ordnung folgt den Moralstufen nach Kohlberg: Je höher die Stufe der Begründung, desto wichtiger die Überlegung. Diese Seite erklärt das offizielle Informationsblatt, zeigt die Stufen an beiden offiziellen Beispielen und bietet 70 Übungen; zuerst die Grundstrategie und typische Aufgaben, danach 20 untypische Situationen mit fehlenden oder mehrfach vorkommenden Motiven.

Aufgaben
14
Zeit
21 Minuten
Pro Aufgabe
≈ 90 Sekunden
Rangordnung
Stufen nach Kohlberg

Aufgabenformat laut offiziellen Unterlagen

Soziales Entscheiden ist einer von drei Untertests der sozial-emotionalen Kompetenzen (SEK). Laut Informationsblatt soll herausgefunden werden, „wie Sie in sozialen Situationen Entscheidungen treffen und welche Überlegungen Sie hierbei anstellen“.

Jede Aufgabe beschreibt eine Alltags- oder Berufssituation, in der eine Person unsicher ist, wie sie reagieren soll. Darunter stehen fünf Überlegungen A) bis E), fast immer als Frage formuliert („Würde …?“). Du ordnest sie: 1 = (relativ) wichtigste, 5 = am wenigsten wichtige. Jeder MedAT-Rang darf nur einmal vergeben werden.

Wichtig: Du bewertest nicht, was die Person tun soll, sondern wie wichtig jede Überlegung für die Entscheidung wäre. Gefragt ist der Grund, nicht die Handlung.

Steckbrief Soziales Entscheiden
MerkmalAngabe
TestteilSozial-emotionale Kompetenzen (SEK), zusammen 10 % des Gesamtergebnisses
Aufgaben / Zeit14 Aufgaben in 21 Minuten (Papier-Bleistift-Test)
Pro Aufgabe1 Situation, 5 Überlegungen, eindeutige Reihung 1–5
BewertungÜbereinstimmung mit einer theoretisch abgeleiteten Rangreihe
TeilpunkteJa – je näher an der Ideal-Reihung, desto mehr Punkte

Beide offiziellen Beispielaufgaben zum Selbstlösen

Beispiel 1: Rita bekommt beim Einkaufen zu viel Wechselgeld. Beispiel 2: Franz merkt beim Verkaufsabschluss, dass die Kunden dem Produkt eine Funktion zuschreiben, die es nicht hat. Ordne zuerst selbst, dann prüfe – danach siehst du die offizielle Ordnung mit Begründung.

Offizielle Beispielaufgabe

1 / 2

„Rita kauft in einem teuren Laden ein. Es ist allgemein bekannt, dass der Laden seine Kunden gelegentlich ausnimmt. Sie bekommt an der Kassa zu viel Wechselgeld zurück. Rita ist unsicher, wie sie reagieren soll.“
12345
A) „Würde ich durch mein Verhalten dem Verkäufer mehr schaden als dem Laden?“
B) „Würde es meine Pflicht sein, immer das überschüssige Wechselgeld zurückzugeben?“
C) „Würden andere an meiner Stelle das Wechselgeld zurückgeben?“
D) „Würde ich das Wechselgeld für notwendige Anschaffungen benötigen?“
E) „Würde jemand dahinterkommen, dass ich zu viel Wechselgeld zurückbekommen habe?“
Offizielle VMC-Anleitung Soziales Entscheiden (PDF)

Was die offiziellen Lösungen verraten: 4 Regeln

Aus dem Informationsblatt und den Lösungen zu Rita und Franz lassen sich vier Regeln ableiten. Links die Regel, in der Mitte der offizielle Wortlaut, rechts, wo du sie in den Beispielen gesehen hast.

Regel → Beleg im Informationsblatt → Beispiel
RegelOffizieller WortlautSo in den Beispielen
Du ordnest Gründe, nicht Handlungen„… wie wichtig Ihrer Meinung nach unterschiedliche Überlegungen für die Entscheidung … waren.“Bei Rita sprechen manche Überlegungen fürs Zurückgeben, andere fürs Behalten. Gereiht wird trotzdem nur nach der Qualität des Grundes.
Nicht die netteste Antwort gewinnt„… die wichtigsten Überlegungen müssen nicht zwangsweise auch sozial erwünscht sein. Es geht vielmehr um das Prinzip …“Oben steht die Überlegung mit dem tiefsten Grund, nicht die freundlichste Formulierung.
Prinzip mit Begründung schlägt Prinzip ohne Begründung„… ohne den Sinn und die Notwendigkeit dieses Prinzips zu reflektieren.“Bei Franz steht „weil man sich im Geschäftsleben vertrauen können sollte“ auf MedAT-Rang 1, die bloße „Verpflichtung, immer die Wahrheit zu sagen“ nur auf MedAT-Rang 2.
Fast richtig bringt Punkte„Der Grad der Übereinstimmung wird mit Hilfe eines Zusammenhangsmaßes bestimmt.“Zwei vertauschte Nachbarn kosten wenig; vertauschte Enden (MedAT-Rang 1 ↔ 5) kosten am meisten.

Strategie für die Übungssets: Ränder zuerst in 4 Schritten

MedAT-Rang 1 und MedAT-Rang 5 sind am leichtesten zu erkennen und am teuersten, wenn sie vertauscht werden. Deshalb zuerst die Enden, dann die Mitte.

  1. 1Angabe lesen (15 s): Wer entscheidet, wer ist betroffen? Achte darauf, ob eine Überlegung Folgen für Betroffene oder den Sinn eines Prinzips erklärt.
  2. 2Unteren Rand bestimmen: Eine sachfremde Überlegung kommt zuletzt. Fehlt sie, suche die niedrigste vorhandene Begründungsebene: Strafvermeidung, sonst eigener Nutzen oder die nächste vorhandene Ebene.
  3. 3MedAT-Rang 1 setzen: Welche Überlegung nennt ein Prinzip UND begründet es mit Folgen für Menschen? Vergleiche den erklärten Sinn mit einer bloß genannten Pflicht.
  4. 4Mitte ordnen: allgemeine Pflicht vor Orientierung an anderen, danach eigener Nutzen und eigener Nachteil. Dann prüfen, dass jeder MedAT-Rang genau einmal vergeben ist.

Der Aufbau der beiden offiziellen Beispiele

Bei Rita und Franz stehen fünf unterschiedliche Motive zur Auswahl: ein begründetes Prinzip oder Folgen für Betroffene, eine allgemeine Pflicht, das Verhalten anderer beziehungsweise Gegenseitigkeit, eigener Nutzen und Entdeckung oder ein eigener Nachteil.

Dieser Aufbau ist der Ausgangspunkt, kein fester Platz für jedes Stichwort. Zuerst übst du die fünf Motive im typischen Set. Danach lernst du, auch fehlende und mehrfach vorkommende Motive zu vergleichen.

Offizielles Beispiel 1: Rita

  1. MedAT-Rang 1 · Prinzip mit Sinn / Konsequenzen für andere

    A) „Würde ich durch mein Verhalten dem Verkäufer mehr schaden als dem Laden?“

  2. MedAT-Rang 2 · Allgemeine Pflicht

    B) „Würde es meine Pflicht sein, immer das überschüssige Wechselgeld zurückzugeben?“

  3. MedAT-Rang 3 · Verhalten anderer / Gegenseitigkeit

    C) „Würden andere an meiner Stelle das Wechselgeld zurückgeben?“

  4. MedAT-Rang 4 · Eigener Nutzen oder Bedarf

    D) „Würde ich das Wechselgeld für notwendige Anschaffungen benötigen?“

  5. MedAT-Rang 5 · Entdeckung / eigener Nachteil

    E) „Würde jemand dahinterkommen, dass ich zu viel Wechselgeld zurückbekommen habe?“

Übungssets auf dieser Seite
Erstes ÜbungssetUntypisches Übungsset
SchwerpunktGründe erkennen und ordnenFehlende und wiederholte Motive vergleichen
Üben50 Übungen 20 Übungen 

Typisches Schema: Kohlberg-Stufen von der wichtigsten zur unwichtigsten Überlegung

Das Informationsblatt nennt die Theorie nicht beim Namen. Die offiziellen Lösungen lassen sich aber Stufe für Stufe mit dem Modell der Moralentwicklung von Lawrence Kohlberg erklären – darauf beruht auch das Skriptum der ÖH Med Wien. Die Regel ist einfach: Je höher die Kohlberg-Stufe der Begründung, desto weiter oben steht die Überlegung.

Kohlberg bewertet nicht, welche Entscheidung jemand trifft, sondern wie er sie begründet. Genau so funktioniert die Aufgabe: Alle fünf Überlegungen können zur selben Handlung führen – geordnet wird allein nach der Qualität des Grundes.

Die sechs Stufen bilden drei Ebenen mit je zwei Stufen. Von unten nach oben wächst die Perspektive: zuerst nur ich, dann die Menschen um mich und die Gesellschaft, ganz oben jeder betroffene Mensch. Je mehr Perspektiven eine Überlegung einbezieht, desto höher steht sie.

Die Tabelle beschreibt zunächst den typischen Aufbau. MedAT-Ränge sind Plätze innerhalb einer konkreten Aufgabe, keine festen Nummern einer Moralstufe. Fehlt ein Motiv, rücken die übrigen auf; bei wiederholten Motiven muss zusätzlich der Inhalt verglichen werden.

Postkonventionelle Ebene

Perspektive: jeder betroffene Mensch

6

Stufe 6 · Universale ethische Prinzipien

Achtung jedes Menschen – was wäre für alle Beteiligten richtig?

MedAT-Rang 1
5

Stufe 5 · Sozialvertrag

Gut begründete Pflichten, die immer und für alle gelten

MedAT-Rang 2

Konventionelle Ebene

Perspektive: Bezugspersonen und Gesellschaft

4

Stufe 4 · Gesetz und Ordnung

Normen, die das Zusammenleben sichern – „Würden andere an meiner Stelle …?“

MedAT-Rang 3
3

Stufe 3 · Erwartungen anderer

„Guter Junge / gutes Mädchen“ – was denken die anderen von mir?

MedAT-Rang 3–4

Präkonventionelle Ebene

Perspektive: nur ich

2

Stufe 2 · Eigener Nutzen

„Ich gebe, damit du gibst“ – was bringt es mir?

MedAT-Rang 4
1

Stufe 1 · Strafe und Gehorsam

Strafe vermeiden – komme ich damit durch?

MedAT-Rang 5
Stufenmodell der Moralentwicklung nach Kohlberg, übertragen auf die Ränge im MedAT.
Kohlberg-Stufen in der Reihenfolge, in der du ordnest
MedAT-RangKohlberg-StufePrüffrageTypische Signale
16 · Achtung des MenschenNennt die Überlegung, wem es schadet oder nützt – mit Begründung?„weil man sich vertrauen können sollte“, „schadet dem Verkäufer“, „Folgen für alle“
25 · Sozialvertrag, allgemeine PflichtBeruft sie sich auf eine Pflicht, die immer gilt?„Pflicht“, „immer“, „generell“, „Verpflichtung“
34 · Norm: „Würden andere?“Hängt sie davon ab, was andere an meiner Stelle tun?„würden andere …“, „an meiner Stelle“
(3)3 · Erwartungen anderer („good boy“)Geht es darum, was andere von mir erwarten oder denken?„was denken die anderen“, „enttäuscht“, „erwartet von mir“
42 · Eigene BedürfnisseGeht es nur um meinen Gewinn oder Bedarf?„brauche ich“, „Umsatz“, „spare ich“
51 · Strafe und GehorsamGeht es nur ums Erwischtwerden oder einen Nachteil?„dahinterkommen“, „von Nachteil“, „Ärger“

Kohlberg-Leiter: eine Entscheidung, mehrere Gründe

Der häufigste Fehler ist, die Handlung zu bewerten statt den Grund. Hier ist die Handlung immer dieselbe – nur die Begründung wechselt. Tippe die Überlegungen von der höchsten Stufe abwärts an. Bei einem Fehlgriff siehst du, welche Stufe du erwischt hast und welche gesucht ist.

Fall 1 / 10

Lena findet im Hörsaal ein fremdes Handy und überlegt, ob sie es beim Portier abgibt.

Tippe die Überlegung an, die auf MedAT-Rang 1 gehört.

Stufen-Blitz: einzelne Überlegungen einordnen

Bevor du ganze Aufgaben reihst, lohnt sich das schnelle Erkennen einzelner Überlegungen. Hier gilt der typische Aufbau mit je einem Motiv: Ordne einzelne Überlegungen den fünf Plätzen dieses Grundschemas zu. In untypischen Aufgaben ergibt sich ihr tatsächlicher MedAT-Rang erst aus dem Vergleich aller fünf Gründe.

Welcher MedAT-Rang ist das? · Lea im Praktikum

Aufgabe 1 / 10

„Würde die Patientin durch eine Infektion gefährdet, die man leicht verhindern kann?“

Typische Fehler

  • Die Handlung statt des Grundes bewerten: Gefragt ist, wie wichtig die Überlegung ist, nicht ob du das Wechselgeld zurückgeben würdest.
  • Gegenseitigkeit für Moral halten: „Würden mich die Kunden an meiner Stelle hinweisen?“ klingt fair, bindet die Norm aber an das Verhalten anderer – Kohlberg-Stufe 4, offiziell nur Platz 3.
  • Eigenen Vorteil und Strafvermeidung verwechseln: Gewinn (Umsatz) steht bei Franz vor dem Vermeiden eines Nachteils.
  • Die Persönlichkeit der Figur übernehmen: Auch wenn die Person geschäftstüchtig wirkt, ordnest du nach Begründungsebene, nicht nach ihrer Sicht.
  • Zeit an der Mitte verlieren: Bei 90 Sekunden zuerst die Ränder setzen; ein Nachbarfehler in der Mitte kostet wegen der Teilpunkte am wenigsten.

Typische Aufgaben üben – 50 Übungen mit zwei Hinweisstufen

Tippe in jeder Zeile den MedAT-Rang an; ein bereits vergebener MedAT-Rang springt automatisch zur neuen Zeile. Die Lampe hat zwei Stufen: zuerst markiert sie das Signal in jeder Überlegung, dann zeigt sie den passenden MedAT-Rang mit dem entscheidenden Grund. Das Auge zeigt die ideale Ordnung mit Begründung. Der „Prüfungsmodus“ blendet alle Hilfen aus. Nach dem Prüfen siehst du, wie viele MedAT-Ränge du exakt getroffen hast.

Aufgabe 1 / 50

Mia und die Lernunterlagen

Mia hat für eine Prüfung eine sehr gute Zusammenfassung geschrieben. Eine Kollegin, die selten mitarbeitet, bittet sie am Vorabend darum. Mia überlegt, ob sie die Unterlagen teilt.

Wie wichtig sind die folgenden Überlegungen für diese Entscheidung? Ordne sie von 1 (am wichtigsten) bis 5.

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A) Hat mir die Kollegin früher auch etwas gegeben?
B) Würde Teilen allen helfen, weil Lernen in einer Gruppe nur funktioniert, wenn man einander unterstützt?
C) Würde ich Ärger bekommen, wenn jemand erfährt, dass ich abgelehnt habe?
D) Würde ich grundsätzlich verpflichtet sein, Wissen weiterzugeben?
E) Könnte ich meinen Vorsprung in der Prüfung ausbauen, wenn ich die Zusammenfassung für mich behalte?

Untypisches Schema: fehlende oder wiederholte Motive – 20 Situationen

Die fünf Plätze sind keine festen Etiketten. Fehlt die allgemeine Pflicht, bleibt MedAT-Rang 2 nicht frei: Die nächstwichtigste vorhandene Überlegung rückt auf. Fehlen Folgen für Betroffene, kann die allgemeine Pflicht an erster Stelle stehen. Entscheidend ist der Vergleich der fünf tatsächlich angebotenen Gründe.

Die Reihenfolgen innerhalb wiederholter Motive sind nachvollziehbare Vergleiche dieser Übungssituationen, keine zusätzliche Kohlberg-Stufe und keine offiziellen Lösungsschlüssel. Auch Erwartungen anderer können vorkommen: Geht es um Anerkennung oder darum, was andere von mir denken, ist das nicht automatisch eine Strafe. Eine konkret drohende Sanktion betrifft dagegen den eigenen Nachteil. Ebenso unterscheidest du eine an Gegenseitigkeit gebundene Norm von einer ausdrücklich angebotenen Belohnung.

Wiederholt sich ein Motiv, reicht der Name der Ebene nicht aus. Vergleiche den Inhalt: Eine unmittelbar drohende schwere Verletzung wiegt stärker als eine kleine Unannehmlichkeit; ein notwendiger eigener Bedarf stärker als ein verzichtbarer Komfort. Sind zwei Gründe tatsächlich gleichwertig, lässt sich daraus keine eindeutige Reihenfolge ableiten – solche künstlichen Gleichstände werden hier vermieden.

Vom typischen Aufbau zum Vergleich der vorhandenen Gründe
BesonderheitWas verändert sich?Was bleibt gleich?
Ein Motiv fehltDie übrigen Gründe rücken auf; eine Pflicht kann MedAT-Rang 1 seinAlle fünf MedAT-Ränge werden genau einmal vergeben
Mehrere Motive fehlenEinige Ebenen kommen mehrfach vorKeinen fehlenden Grund dazudenken
Ein Motiv wiederholt sichDie konkrete Tragweite oder Notwendigkeit entscheidet innerhalb der EbeneNicht nach Reihenfolge der Handlungen oder bloßen Signalwörtern ordnen
Eine Überlegung ist sachfremdSie kommt nach den Gründen, die die Entscheidung tatsächlich betreffenEine unangenehme, aber relevante Überlegung ist nicht sachfremd
  1. 1Lies die Situation: Wer entscheidet, wer ist betroffen und welche Folgen sind tatsächlich genannt?
  2. 2Erkenne die vorhandenen Motive. Suche nicht zwanghaft nach fünf verschiedenen Ebenen.
  3. 3Ordne zuerst nach der Begründungsebene. Bei wiederholten Motiven vergleiche die ausdrücklich beschriebene Tragweite oder Notwendigkeit.
  4. 4Vergib MedAT-Rang 1–5 ohne Lücken. Prüfe anschließend die einzelnen Erklärungen und die gemeinsame Erklärung als Liste.

Aufgabe 1 / 20

Anna und der vereiste Gehweg

Anna ist laut Hausordnung diese Woche dafür eingeteilt, den Gehweg vor dem Haus zu streuen. Heute früh ist der Weg spiegelglatt. In ihrem Haus wohnt eine ältere Nachbarin, die mit dem Rollator unterwegs ist. Streut Anna jetzt, kommt sie zu spät zur Arbeit und verliert ihren Pünktlichkeitsbonus.

Wie wichtig sind die folgenden Überlegungen für diese Entscheidung? Ordne sie von 1 (am wichtigsten) bis 5.

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A) Bin ich laut Hausordnung diese Woche zum Streuen verpflichtet?
B) Könnte die ältere Nachbarin mit dem Rollator stürzen und sich die Hüfte brechen?
C) Bekomme ich meinen Pünktlichkeitsbonus, wenn ich sofort losfahre?
D) Müssten Passanten auf die Straße ausweichen und kämen langsamer voran?
E) Streuen die anderen Hausbewohner in ihrer Woche auch zuverlässig?

Vorbereitung in 10 Tagen

  1. 1Tag 1: beide offiziellen Beispiele lösen und die Begründung jedes MedAT-Rangs in eigenen Worten aufschreiben.
  2. 2Tag 2–3: Kohlberg-Stufen lernen, alle zehn Fälle der Kohlberg-Leiter fehlerfrei, Stufen-Blitz bis mindestens 20 richtige in Folge.
  3. 3Tag 4–7: täglich 8 Übungen „Mit Hinweisen“, zuerst nur Hinweisstufe 1.
  4. 4Tag 8: die 20 untypischen Situationen lösen. Notiere, welches Motiv fehlt oder sich wiederholt und warum die vorhandenen Gründe diese Reihenfolge ergeben.
  5. 5Tag 9–10: alle 50 Übungen im „Prüfungsmodus“, 90 Sekunden pro Aufgabe. Begründe unsichere Reihungen anschließend in eigenen Worten.

Häufige Fragen

Wie viele Aufgaben hat Soziales Entscheiden im MedAT?

14 Aufgaben in 21 Minuten, also etwa 90 Sekunden pro Aufgabe (offizielles Informationsblatt 2026).

Gibt es Teilpunkte?

Ja. Die Testleistung ergibt sich laut Informationsblatt aus dem Grad der Übereinstimmung mit der Ideal-Reihung. Auch eine nicht perfekte Reihung bringt Punkte – je näher, desto mehr.

Muss ich das Kohlberg-Modell kennen?

Ja, es ist der verlässlichste Schlüssel. Das Informationsblatt nennt Kohlberg nicht, aber beide offiziellen Lösungen folgen genau seinen Stufen 6, 5, 4, 2, 1. Du musst keine Theorie auswendig lernen, nur die sechs Prüffragen.

Darf ich zwei Überlegungen gleich wichtig einstufen?

Nein. Laut Informationsblatt musst du dich für eine eindeutige Ordnung entscheiden; jeder MedAT-Rang von 1 bis 5 wird genau einmal vergeben.

Wie viel zählt Soziales Entscheiden?

Die SEK zählen zusammen 10 % des MedAT-Ergebnisses; laut Aufnahmeverordnung wird der Mittelwert der drei SEK-Untertests verwendet.

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